"Die Weiße Rose"
Udo Zimmermann
 
Bühne, Kostüme, Video

                     



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Gewagtes Stück packend inszeniert

Die Geraer Lesart von Juliane Stephan (Regie) und Ronald Winter (Ausstattung, Video) versucht, gangbare Wege für alle zu eröffnen. Der Zuschauer bekommt anfangs per Video alle nötigen Informationen zum Hintergrund des Schicksals der Scholls und erlebt danach eine sorgfältig gearbeitete Inszenierung, der zum Schluss auch nicht Hinweise auf das Hier und Heute fehlen. In rascher Folge blendet man Nazi-Plakate und verflixt ähnlich ausfallende Wahlaufrufe heutiger politischer Verführer ein.

Die mit großer Hingabe agierenden Darsteller werden nicht zu grenzgängerischen Aktionen genötigt, sondern zeichnen sich durch eine sparsame, natürlich bleibende Mimik und Gestik aus. Dennoch – ein echtes Markenzeichen – heben sich die emotionalen Unterschiede zwischen den Szenen scharf ab.

http://www.otz.de/web/zgt/suche/detail/-/specific/Gewagtes-Stueck-packend-inszeniert-568664511


Widerstand und früher Tod

Ronald Winter setzt auf die breite Spielfläche ein Eisengitter zwischen die Geschwister und hinter sie zwei weiße Wände, die sich im großen Zwischenspiel, dem einzigen pathetisch auftrumpfenden Moment der Partitur, teilen. Zwei Mitglieder des Thüringer Opernstudios erobern sich die riesigen und durch die erforderliche Sensibilität für die richtige Balance des emotionalen Ausdrucks äußerst schweren Partien.
„Weiße Rose“ erfährt in Gera die Überhöhung zu einem deutschen Requiem mit mehr Traurigkeit als Trost, dem Aufruf zum Widerstand gegen Antihumanität gestern, heute, morgen. Man erlebt keine makellose Überhöhung oder opernhaft posierende Selbstgefälligkeit, sondern eine bewegende Selbstbefragung über Zweifel und letztlich doch Gewissheit über den inneren Sieg.

https://www.concerti.de/oper/opern-kritiken/theater-altenburg-gera-weisse-rose-10-2-2018/


Gera: „Weiße Rose“

Mit subtiler Personenführung erreicht Regisseurin Juliane Stephan eine zwingende Darstellung des Geschehens. Unterstützt wird sie dabei durch Ronald Winters sparsame Bühnen- und Kostümgestaltung. Lediglich ein die beiden Zellen der inhaftierten trennendes Eisengitter sowie helle Wandteile kennzeichnen die Stätte, wo Sophie und Hans die letzten Stunden vor ihrer Hinrichtung verbringen. Und Winters Videoeinblendungen zu Beginn des Stückes vermitteln überdies Hinweise auf die Vorgeschichte. Mit große, Einfühlungsvermögen in die gedanken- und Gefühlswelt der verkörperten Personen verleihen die Sopranisten Emma Moore und der Bariton Florian Neubauer den Partien der Sophie bzw. des Hans glaubwürdiges, beeindruckendes Profil.

„Der Neue Merker“, 04.2018





"Romeo und Julia"
Ballett von Ivan Alboresi

Bühne
Kostüme: Anja Schulz-Hentrich

  



 


 


 


 

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Klassisches Handlungsballett auf der Höhe unserer Zeit

Ballettchef Ivan Alboresi, im Übrigen unweit des Handlungsortes Verona aufgewachsen, machte aus Sergej Prokofjews „Romeo und Julia“ ein klassisches Handlungsballett, das durch expressive Gesten und Figuren des Tanztheaters an menschlichem Ausdruck gewinnt. Er hat es subtil und sensibel modernisiert. (…)

Reduziert wirkt die Aufführung zudem in ihrer auf den Kern beziehungsweise auf die Tänzer konzentrierten Ausstattung. Ronald Winter entwarf hohe mobile Bühnenelemente mit stilisierter, ausgenüchterter Renaissance-Fassade, die keine Rundbögen, sondern gerade Linien zeigen. Auf der Rückseite markieren sie herrschaftlichen Innenraum.

http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/kultur/detail/-/specific/Umjubelte-Premiere-von-Prokofjews-Romeo-und-Julia-in-Nordhausen-877769992


Ballett mit Stil und Sinn und einem tanzendem Traumpaar

Das hat alles Stil und Sinn, ohne so zeigefingernd in’s Heute zu pieksen.

Bühnenbildner Ronald Winter hat ein bewegliches, ja fast schon mittanzendes Bühnenbild aus drei großen Fassadenelementen geschaffen, mit denen man Innen- und Außenräume immer wieder neu erstehen lassen kann, und die Kostüme von Anja Schulz-Hentrich reichen von sportiver Reduzierung mit erotischem Ausdruck über historisch angelehnte Alltags-Outfits bis zum großen spitzenbesetzem Schwarzem bei der Maskenballszene – also ein Fest durchaus auch für’s Auge.

http://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/audio-radio/romeo-julia-nordhausen-prokofjew-audio-100.html

 

Ballett mit viel Musical-Appeal

Überhaupt greift Alboresi auf filmische Mittel zurück. Einzelne Szenen sind mit einem harten Schnitt getrennt. Keilerei - Cut - Maskenball. Der Vorhang hebt sich und es ist vorbei mit der West Side Story. Barocke Opulenz bestimmt das Bühnenbild. Mit jeder Menge Gold stellen die Capulets ihren Reichtum zur Schau.

Die Bühnenbilder von Ronald Winter sind das optische Äquivalenz zur Formenvielfalt Alboresis. Der Wechsel zum Maskenball der Capulets sorgt für "Ooohh"-Momente, aber ansonsten sind die Änderungen nur minimal, aber deutlich. Mit wenigen Variationen erzeugt Winter deutliche Unterschiede im Eindruck. Großartig sind die Szenen, in denen das Bühnenbild selbst Teil der Choreographie wird.

http://harzerkritiker.blogspot.de/2017/10/ballett-mit-viel-musical-appeal.html