"Blutschwestern"
Tanztheater von Daniela Bethge nach Federico Garcia Lorca

Bühne, Rolle des Vaters
Kostüme: Daniela Bethge












  

Ohne Worte
In „Blutschwestern“ stellt der Theaterjugendclub eindrucksvoll unter Beweis, dass Gefühle keine Sprache brauchen

70 Minuten kein einziges Wort. Nur sieben Menschen, die tanzen. Und doch ist am Samstagabend im Theater unterm Dach alles gesagt, als die Premiere endet.
Applaus will zunächst gar nicht einsetzen. Zu bedrückend ist das, was Daniela Bethge hier inszeniert hat. Zu nah haben die fünf Hauptdarstellerinnen des Theaterjugendclubs den Stoff an das Publikum allein mit Hilfe ihrer Körper herangebracht.
(...) Ronald Winter spielt fies. Schwarzer Aktenkoffer, glatt zurückgekämmte, gegelte Haare. So einen Vater möchte niemand haben. Wenn der Vater die Bühne verlässt, entspinnt sich bei den Schwestern ein Spiel zwischen Hoffnung und psychischen Hinterlassenschaften. Jede Einzelne hat an ihrer Situation zu arbeiten. Nur manchmal bricht die Freude heraus, die Mädchen in diesem Alter eigentlich empfinden sollten.
(...) Applaus setzt schließlich doch ein, als die Premiere gelaufen ist. Den Tänzern ist der Beweis geglückt: Um jegliche Gefühlslage auszudrücken, bedarf es keines Wortes, keiner Sprache der Welt. Das beste Theater schafft es, den Besucher mit Fragen zurückzulassen. Den "Blutschwestern" ist das gelungen.

http://nordhausen.thueringer-allgemeine.de/web/nordhausen/startseite/detail/-/specific/Ohne-Worte-419092302

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Eingeladen zum 23. Treff "Junges Theater in Thüringen"



"Die Seele erzählt nicht, sie tanzt"
Ballett-Doppelabend von Pedro Lozano Gomez und Ivan Alboresi

Bühne
Kostüme: Elisabeth Stolze-Bley
















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"Schwanensee"
Ballett von Ivan Alboresi

Bühne und Video
Kostüme: Anja Schulz-Hentrich

















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Geradlinig und schnörkellos: „Schwanensee“ am Theater Nordhausen

Die hellen und die dunklen Nuancen des Begehrens beim Ballettklassiker. Das Publikum war begeistert von der Inszenierung.

Ansonsten war Alboresis "Schwanensee" eine faszinierende und nur tendenziell Rücksicht auf den Komponisten nehmende Hommage an immerwährende, elementare, erotisch motivierte Konflikte, bestechend geradlinig und schnörkellos. (…) Und wenn die Bühnenbilder (Ronald Winter) allzu schön zu werden beginnen, dann beweisen sich der Video-Zerhacker-Effekt und die glitzernde, spiegelbildliche Erscheinung von See und Eisblumen als probate Reflexion des Themas. Prächtiger Nebeneffekt: eine augenblendende Vervielfachung der mit Anzügen und leicht wehenden Stoffen von Anja-Schulz-Hentrich umgarnten Tänzer.

Ursula Mielke, Thüringer Allgemeine, 10.10.2016

http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Geradlinig-und-schnoerkellos-Schwanensee-am-Theater-Nordhausen-1907792338

  

Phantastischer "Schwanensee" bejubelt

Mit (Ivan Alboresis) Solisten, die er in Nordhausen aufbieten kann, gelingt ein phantastischer Abend mit tänzerischen Höchstleistungen und einer frischen, aufregenden Choreografie, die in einer geschlossenen Gesamtästhetik eine Augenweide und ein Ohrenschmaus wurde.
In beeindruckend gebauten Bildern vermag das verbleibende Ensemble als Geburtstagsgesellschaft und Schwäne auf allerhöchstem Niveau zu faszinieren, indem es eine moderne, mit den klassischen Elementen spielenden Inszenierung tanzt. (…) Ronald Winter hat auf der Bühne einen Spiegelsee geschaffen, der mit den mondänen Palastwänden variiert und magisch illuminiert werden kann. Die Kostüme von Anja Schulz-Hentrich passen sich harmonisch ins Konzept des Abends ein: stilvoll, untermalend, schön.

Olaf Schulze, Kyffhäuser Nachrichten, 8.10.2016

http://www.kyffhaeuser-nachrichten.de/news/news_lang.php?ArtNr=199128



Getanzte Sprachspiele
"Schwanensee“ in Nordhausen als „Ballett einer Se(h)ensucht nach Schwanensee“ von Ivan Alboresi

In einer durch spiegelnde Wände verwirrenden und zugleich verzaubernden Landschaft begegnet (Siegfried) eben jenem weißen Schwan namens Odette. Er verliebt sich in diese von Konstantina Chazistavrou getanzte junge Frau inmitten der Schwäne, männliche und weibliche, alle im kurzen Tutu, die bei manchen Haltungen der Arme und Hände an die des berühmten sterbenden Schwans von Michael Fokine erinnern, somit schwebt immer eine gewisse Morbidität, vor allem aber Verletzlichkeit mit. (…) Wenn es dann zum Pas de trois kommt, dann überzeugt diese spezielle Sicht auf den Klassiker tänzerisch am stärksten, dazu auch optisch in den aus Realität und Fantasie ineinander übergehenden Räumen von Ronald Winter mit den Kostümen von Anna Schulz-Hentrich.

Boris Michael Gruhl, tanznetz, 9.10.2016

http://www.tanznetz.de/blog/27774/getanzte-sprachspiele

 

Siegfrieds Verdammnis
Neue Ballettkompagnie zeigt besondere „Schwanensee“-Inszenierung

Die realen Befindlichkeiten des jungen Mannes an der Grenze zum Erwachsenwerden, die schwere Aufgabe der Verantwortung individueller Entscheidungen, sind eingebettet in reale und surreale Szenen, in denen die Kulissen im Handumdrehen vom gediegenem Ballsaal zum zerrspiegelverglasten Schwanensee wechseln. Sie sind das Werk des Bühnenbildners Ronald Winter, der das Traumhafte dieser Szenerie damit phantastisch unterstreicht und zugleich, wie beim Schwanentanz der Kompagnie, Fülle und Tiefe vorgaukelt.

Evelyn Lange, Mitteldeutsche Zeitung, 12.10.2016