Schlossfestspiele Sondershausen 2009

"Zum Weißen Rössl"
R. Benatzky

Regie: Kerstin Weiß

musikalische Leitung: Pit Uhden

Kostüme: Elisabeth Stolze-Bley





    





Vergleiche freilich mit Peter Alexander und der kapriziösen Ingeborg Hallstein oder mit bergidyllisch kolorierten Verfilmungen verbieten sich. Dafür aber setzt Regisseurin Kerstin Weiß auf die Vitalität unbefangener Jugendlichkeit. Unterstützt von hübsch ausgestatteter Schlosshofecke (Ronald Winter) und frecher Kostümierung (Elisabeth Stolze-Bley) wurde das „Weiße Rössl“ zum vergnüglichen Lustspiel. (...) Zahlreiche Gags erfreuten das heiter gestimmte Publikum. Ballett, Opern- und Extrachor walzten sich in touristischen Strömen über die Bühne, nahmen ihren Coffee to go und riefen ungeduldig nach dem Zahlkellner.

Thüringer Allgemeine, 07.7.2009


Puschelnde Cheerleader, ein singendes Männerballett, eine tanzende Kuh und ein echter Bürgermeister in eben dieser Rolle - dem Sondershäuser "Rössl" mangelt es nicht an parodistischen Zügen und persiflierten Momenten. Kerstin Weiß (Inszenierung), Ronald Winter (Bühne), Jutta Wörne (Choreografie) und Elisabeth Stolze-Bley (Kostüme) haben originelle karikierende Spitzen und Überzeichnungen in der Operette verpackt, die einfach Spaß machen und Unterhaltung bieten.

Thüringische Landeszeitung, 07.7.2009



"Die Dreigroschenoper"
B. Brecht

Regie: Bianca Sue Henne

musikalische Leitung: Kai Tietje







    









 

Künstlerisch aber ist diese "Dreigroschenoper" ein Rückschritt für den Theaterjugendclub.
(...) Das liegt aber auch an der Umsetzung, an einer Regie, der es diesmal an Ehrgeiz gefehlt hat. Eine eigene Handschrift zeigt sich nur in Ronald Winters Bühnenbild. Es verlegt die Handlung auf ein Monopoly-Spielbrett, auf dem die Akteure mit den bekannten roten und grünen Häuschen und Ereigniskarten hantieren; dazu gibt es silbrige Spielfiguren, die das Schiff mit acht Segeln symbolisieren oder die Kanonen aus dem gleichnamigen Song. Aber das ist nur eine Illustration des offensichtlichen, das ist noch kein Gedanke. Auch die opulenten Kostüme von Anja Schulz machen noch keine Inszenierung.
Was bleibt, ist der sichtliche Spaß der jungen Truppe, ist der berechtigte Stolz auf die eigene Leistung.

Thüringer Allgemeine, 20.4.2009


Theaterjugendclub mit der „Dreigroschenoper“ in Nordhausen von Publikum stürmisch gefeiert

Eigentlich ist alles nur Monopoly (Bühne: Ronald Winter). Das ganze Leben und die Welt sowieso. Manche gehen über Gefängnis und landen schließlich in der noblen Schlossallee. Andere kommen aus der billigen Badstraße niemals heraus. Und welche von fast unten unterjochen die von ganz unten, um vielleicht am Ende noch ins etwas bessere Viertel um die Chausseestraße aufzusteigen.
Locker und spritzig führt (Bianca Henne) ihre jugendlichen Akteure durch gut zwei Stunden harter Darstellungsarbeit. Es ist immer ein Erlebnis, junge, unverbrauchte Darsteller auf der Bühne zu erleben. Und sie haben ihre Sache durch die Bank gut gemacht.

Mitteldeutsche Zeitung, 21.4.2009


Eine leicht schräg gestellte Spielfläche, unschwer erkennbar als eine bühnengroße Ausgabe des “Monopoly“-Spielfeldes. Selbst die Ereignis- und Gemeinschaftskarten fehlen nicht: eine pfiffige Idee von Bühnenbildner Ronald Winter, mit der er die geldgierige Welt der Bettler, Gauner Polizisten und Diebe wirkungsvoll illustriert.
(...) Durchweg lebendig und spielfreudig agieren die Jung-Darsteller, sagen nicht etwa ihre Texte auf, sondern verkörpern die Figuren und haben Witz. (...) So kann man dem Theater nur gratulieren zu seinem Jugendclub – und den übrigen Produktionsmitarbeitern (Kai Tietje als musikalischer Leiter, Bianca Sue Henne als Regisseurin und Anja Schulz als Kostümbildnerin) für ihre anspruchsvolle, engagierte Arbeit danken. So erzieht man sein Publikum für morgen – und bereitet dem Publikum von heute ungeteiltes Vergnügen.

Göttinger Tageblatt, 23.4.2009



"Eine Nacht in Venedig"
J. Strauss

Regie: Wolfgang Dosch
musikalische Leitung: Pit Uhden









    







Dieses Stück will nichts als launig sein, ganz wie der Karneval selbst baut es auf Klamauk, Witzfiguren, knallbunte Übertreibung. (...)
Stimmiger sind die von Jutta Wörne choreografierten Intermezzi der schwarzweiß gewandeten und maskierten Ballettkompanie (Kostüme: Elisabeth Stolze-Bley); da wird für Momente eine Seite des venezianischen Karnevals sichtbar, die weder laut noch bunt ist. Auch Ronald Winters Bühnenbild nimmt sich zurück, es lebt vor allem vom fantasievollen Spiel mit Venedigs Wasserwegen.

Thüringer Allgemeine, 01.12.2008


Das Spiel mit dem Rollentausch ist Ur-Theater - im Leben wie auf der Bühne. Das führt Wolfgang Dosch in seiner Inszenierung von Strauß' Operette "Eine Nacht in Venedig" mit leichter Hand vor, unterstützt vom kongenialen Ausstatter Ronald Winter, der das Leben in der Lagunenstadt mit flatterhaften Tüchern (die für Wellen stehen) und leichtfüßigen Tänzern (Choreografie: Jutta Woerne) zeichnet. Das macht die ganze Angelegenheit überraschend schwerelos, Plumpheit hat keinen Raum. Und selbst dort, wo mit gewisser Eindeutigkeit auf Pointen gezielt wird, um das Zwerchfell des Zuschauers zu reizen, geschieht dies nicht ohne Grazie und Eleganz.

Göttinger Tageblatt, 02.12.2008